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Pressemitteilung-Nr. 13/11 anzeigen

Abschalten statt Kern spalten!

Kleines Kulturprogramm vier Monate nach Fukushima


dp - 07.07.2011

Ein kleines Protestprogramm gegen die fortlaufende Nutzung der Atomenergie möchte die Humanistische Union Marburg (HU) am Montag (11. Juli) auf dem Marburger Marktplatz aufführen. Unter dem Titel "Abschalten statt Kern spalten, damit die Kultur der Demokratie sich nicht atomisiert" erinnert die mittelhessische Regionalgliederung der größten deutschen Bürgerrechtsorganisation daran, dass genau vier Monate vorher im japanischen Fukushima eine gigantische Katastrophe ihren Ausgang genommen hat, deren Auswirkungen wahrscheinlich noch viele tausend Jahre andauern werden.


"Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt", schrieb Erich Kästner schon 1932. Seine satirische Betrachtung über "Die Entwicklung der Menschheit" möchten Aktive der HU Marburg nach der Mahnwache gegen Atomkraft um 18 Uhr auf dem Marktplatz ebenso zu Gehör bringen wie das Lied "Burli" der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung" (EAV) und Texte von Tom Kraft sowie einen kleinen Sketch, den sie bereits am Sonntag (1. Mai) zum "Tag der Arbeit" des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz aufgeführt haben.


"Mit unserem kleinen Kulturprogramm wollen wir daran erinnern, dass alle Formen künstlerischer Tätigkeit und gesellschaftlichen Miteinanders durch einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke – nicht nur in Deutschland – jeden Tag aufs Neue gefährdet bleiben", erklärte der Marburger HU-Vorsitzende Franz-Josef Hanke. "Kultur und Zivilisation sind das soziale Rückgrat einer jeden Gesellschaft, während Geldgier und ein menschenverachtender Umgang mit Technik sie bedrohen."


Mit ihrer Aktion schließt sich die HU nicht nur der Forderung des Anti-Atom-Plenums Marburg (AAM) an, dessen Slogan lautet: "Abschalten, und zwar jetzt und zwar alle und für immer!" Zudem unterstützt die HU aktuelle Proteste gegen die Finanzierung von Atomanlagen durch die Bundesregierung beispielsweise im brasilianischen Angra.


"Wenn schon die Regierenden uns allabendlich ein Schauspiel bieten, das häufig als Trauerspiel daherkommt, dann wollen wir dem am Montagabend ein anderes Stück entgegensetzen", kündigte HU-Vorstandsmitglied Matthias Schulz an. "Der rücksichtslosen Atom-Lobby sagen wir windstark und sonnenklar: Das Spiel ist aus!"


Dragan Pavlovic - 07.07.2011



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