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Wir waren es nicht!

Boss der Baufirma Bilfinger-Berger weiß bestens Bescheid


08.03.2010 - FJH


Die Verfehlungen einiger Mitarbeiter der Baufirma Bilfinger-Berger sind nicht ursächlich für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Diese Auffassung hat Herbert Bodner allen Ernstes geäußert. Als Vorstandsvorsitzender der ins Gerede gekommenen Baufirma konnte er wohl auch kaum etwas Anderes sagen.


Weniger als ein Fünftel der vorgesehenen Eisenträger waren wirklich in den Tunnel am Kölner Heumarkt einebaut worden. Ein Vorarbeiter soll sie auf eigene Rechnung an Schrottfirmen verkauft haben.


Die Prüfprotokolle wurden vermutlich gefälscht. Auch das waren wohl nur einzelne unzuverlässige Fachleute.


Auch am Beton war gespart worden. Wieder waren es wohl nur wenige Beschäftigte der Baufirma, die auf eigene Rechnung Material eingespart haben.


Auch an anderen Baustellen von Bilfinger-Berger wird derzeit nachgeprüft, ob Alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Selbstverständlich hat Bilfinger-Berger mit alledem rein gar nichts zu tun.


Der Bau von U-Bahnen oder ICE-Strecken ist ein gigantisches Geschäft. Dabei werden durchaus zweistellige oder gar dreistellige Millionenbeträge umgesetzt.


Um solche Aufträge in den vorangehenden Ausschreibungsverfahren an Land zu ziehen, kalkulieren die Bieter sehr knapp. Aber selbstverständlich versuchen die Baufirmen nicht, hinterher durch Einsparungen am Material die knappe Kalkulation klammheimlich wieder zu korrigieren.


Wer so etwas behauptet, der wirft mit Lehm nach ehrbaren Geschäftsleuten. Sie können doch nichts dafür, dass sich in ihrem Tross von Tausenden eifriger Bauarbeiter und Ingenieure auch einige wenige schwarze Schafe befinden!


Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 sind nicht nur unwiederbringliche Werte historischer Dokumente für immer verlorengegangen. Zwei Menschen hat dieser Einsturz auch in den Tod gerissen.


Das Verhalten der Bauarbeiter hat aber nach Bodners Aussage nicht zu den mörderischen Ergebnissen geführt, die Archivare und Bürger jetzt betrauern. Ob dieser Mann wohl selbst daran glaubt?


Franz-Josef Hanke - 08.03.2010



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