7 Millionen Waffen befinden sich in Deutschland in privater Hand. Mit dieser erschreckenden Zahl hat die Grünen-Politikerin Claudia Roth am Sonntag (15. März) ihre Forderung nach einem strikten Verbot der Aufbewahrung von Waffen in Wohnungen begründet. Die gleiche Forderung hatte der HU-Ortsvorsitzende Dragan Pavlovic bereits am Freitag (13. März) in einer
Presseerklärung des HU-Ortsverbands Marburg erhoben.
Während die Republik erregt über den
Amoklauf eines 17-jährigen Jugendlichen im baden-württembergischen Winnenden diskutierte, traf sich die Waffen-Lobby zu einer Messe in Nürnberg. Die Waffenhändler schätzen die Zahl privater Waffen in Deutschland sogar um eine Million höher ein als Roth.
Dennoch finden sie, es sei alles in Ordnung. Den Vorschlag der Bundeskanzlerin, man könne doch stichprobenweise kontrollieren, ob die Waffen sicher aufbewahrt werden, wies der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edati umgehend zurück. Da habe Angela Merkel "zu kurz gedacht", meinte er. Hausdurchsuchungen dürfe es nur bei begründetem Verdacht geben.
Es ist schon merkwürdig, wie die Innewnpolitiker die Bürgerinnen und Bürger hier offenbar mit zweierlei Maß messen: Während die Überwachung von Computern, Schlafzimmern und Telefonleitungen anscheinded nicht groß genug sein kann, wollen genau die selben Überwachungs-Fetischisten die Aufbewahrung von Waffen nicht strenger überwachen!
Erklärlich ist das allenfalls mit der Vermutung, dass die Sportschützen meist recht obrigkeitshörige - wenn nicht gar reaktionäre - Zeitgenossen sind. In manchem Schützenverein tummeln sich nicht nur Waffen-Fetischisten, sondern auch Neonazis.
Warum überhaupt muss jemand schießen üben? Was für ein Sport ist das, der den Umgang mit Waffen und scharfer Munition für erforderlich hält? Geht das nicht auch ohne oder gar ganz ohne Schießerei?
Sicherlich könnte man auch mit Lichtpistolen auf lichtempflindliche Zielscheiben schießen. Aber das hat dann nicht den selben Knall-Effekt wie das Schießen mit scharfer Munition!
Sicherlich könnte man auch friedlichere Hobbys pflegen als das Schießen. Aber eine solche Forderung schießt ganz bestimmt übers Ziel hinaus: Die armen Sportschützen sind doch so brave Leute!
Sebastian Edati, Wolfgang Bosbach und auch Innenminister Wolfgang Schäuble jedenfalls scheinen diese Herrschaften innig zu lieben. Oder buckeln sie etwa nur vor der Waffen-Lobby?
Der US-amerikanische Dokumentarfilmer Michael Moore ist durch einen Film über die Waffen-Lobby in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) weltberühmt geworden. Wenn man die Zahlen der deutschen Bewaffnungsrate hört, dann kann man nicht mehr mit dem Finger in die USA zeigen. Dann kann es einen nur noch fürchterlich grausen!