Schwere Kriegsschäden nun auch bei der Bundeswehr
12.02.2009 - FJH
Der Krieg macht Menschen kaputt. Was die US Army schon seit dem Vietnam-Krieg kennt, das trifft in jüngster Zeit auch verstärkt die Deutsche Bundeswehr: Heimkehrer von Auslands-Einsätzen klagen über schwere psychische Belastungen.
Im Deutschen Bundestag berichtete Bundesverteidiungsminister Dr. Franz-Josef Jung, die Zahl psychischer Erkrankungen von Soldaten habe sich durch den Afghanistan-Einsatz glatt verdoppelt. Die Bundeswehr baue nun ein wohnortnahes Netzwerk zur Betreuung der betreffenden Soldatinnen und Soldaten auf.
Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) kennen diese Problematik schon seit Langem. Massenhaft kehrten in den 60er Jahren GIs aus Vietnam zurück, die an schweren psychischen Störungen litten.
Im Irak-Krieg ist der Anteil der psychisch verwundeten Soldaten bei der US-Army stark gestiegen. Ein Drittel der Heimkehrenden aus dem Irak leidet vermutlich an solchen Folgeschädigungen des Kriegs.
Von einzelnen Kriegsveteranen wurden grausige Dinge berichtet: So erschoss ein Vietnam-Veteran seine Ehefrau ohne jeden sichtbaren Grund. Zuvor war er wegen Depressionen als Folge seines Kriegs-Einsatzes in Behandlung gewesen.
Drohen derartige Dinge nun auch deutschen Soldaten und ihren Familien? Kehrt die Gewalt des Krieges mit den dort eingesetzten Soldaten heim in ihr Herkunftsland?
Krieg ist ein mörderisches "Handwerk". Ohne Folgen bleiben Brutalität und das ständige Leben in Angst zweifelsfrei nicht. Wer keine Soldaten in fremde Länder schickt, der schützt damit also nicht nur die betreffenden Völker, sondern auch die eigene Bevölkerung.
Franz-Josef Hanke - 12.02.2009