Sicherheitskonferenz als informelles Gipfeltreffen
06.02.2009 - FJH
Zu Jahresbeginn häufen sich die Promi-Aufläufe. Nur kurze Zeit nach dem Weltwirtschaftstreffen im schweizerischen Davos begann am Freitag (6. Februar) die "Sicherheitskonferenz" in München.
Alle Jahre wieder strömen die Mächtigen dieser Welt dorthin. Auf der "Sicherheitskonferenz" reden Präsidenten und Vizepräsidenten, Ministerpräsidenten und Kanzlerinnen, Minister und Militärs. Dabei sprechen auch Leute miteinander, die einander offiziell keines Blickes - geschweige denn Wortes - würdigen.
Trotz der berechtigten Kritik an dieser Veranstaltung, die einst als "Wehrkunde-Tagung" ins Leben gerufen wurde, erfüllt das Treffen damit eine wichtige Funktion: Die Mächtigen können beinahe zwanglos miteinander parlieren und dabei herausfinden, was andere Regierende denken.
Selbst die politischen Pariahs dürfen hier mit an den Konferenztisch kommen. Vertreter des Iran erhalten hier Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Beim Atom-Programm Israels, Indiens oder Pakistans habe die US-Regierung großzügiger reagiert als bei den iranischen Atom-Plänen, klagten sie.
Derweil strömen draußen die Menschen zu einer Protestdemonstration zusammen. Für Samstag (7. Februar) erwartet die Polizei rund 5.000 Veranstaltungsgegner in München.
Doch davon werden die Debattierer drinnen kaum etwas mitbekommen. Unter heftigstem Polizeischutz tauschen sie Meinungen aus oder sondieren Möglichkeiten gemeinsamer Strategien für die Zukunft.
Derlei ist dringend nötig. Die Welt muss schließlich nicht nur mit einer Wirtschafts-Katastrophe umgehen, sondern auch mit der viel zitierten Klima-Katastrophe. Beide erfordern ganz neue Antworten der Politik.
Angesichts der Mischpoke, die sich in München zusammenrottet, darf man aber bezweifeln, dass dort wirklich neue Wege gefunden werden. Lediglich der neue US-Vizepräsident Joe Biden könnte da vielleicht eine Ausnahme bilden. Aber auch er war schon in den vergangenen Jahren als Senator häufiger auf der Münchener Tagung anzutreffen.
Dennoch: Lasst sie reden! Miteinander zu sprechen, hat noch nie geschadet.
Franz-Josef Hanke - 06.02.2009