Israel zementiert im Ghaza-Streifen Jahrzehnte Nahost-Konflikt
15.01.2009 - FJH
Hektische Betriebsamkeit herrscht im Nahen Osten. Doch noch beschießt die israelische Armee Wohnhäuser im Ghaza-Streifen. Und noch beschießen radikale Palästinenser israelische Ortschaften mit Raketen.
Leidtragende dieser militärischen Auseinandersetzung sind hüben wie drüben die Zivilisten. Hamas-Funktionäre verstecken sich feige in Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten. Rücksichtslose israelische Soldaten beschießen derartige Einrichtungen ohne Rücksicht auf Kranke, Alte, Frauen und Kinder.
Mit diesem Krieg wird weiterer Hass für die nächsten Jahrzehnte gesät. Hüben wie drüben verlieren Frauen ihre Männer, Väter und Söhne, aber auch ihre Mütter, Töchter oder Großmütter. Sympathie schafft das nicht gerade!
Das Erstarken der Hamas ist dann nicht zuletzt auch eine Folge der jahrzehntelangen verfehlten Politik Israels. Die Heißsporne auf beiden Seiten haben sich so lange gegenseitig hochgeschaukelt, bis die gemäßigten kaum mehr eine Chance hatten, ihre Positionen in der Bevölkerung durchzusetzen.
Zudem ist die Hamas auch deswegen stark geworden, weil die PLO absolut korrupt war. Diese korrupte Organisation haben auch die Europäische Unio (EU) und die Bundesregierung jahrzehntelang finanziell unterstützt. Gegen die Korruption haben sie aber anscheinend wenig unternommen.
Nun also unterstütz die palästinensische Bevölkerung allem Anschein nach mehrheitlich die Hamas. Sicherlich muss man sie als eher terroristische Organisation betrachten. dennoch können Demokraten sie eigentlich nicht ernsthaft von Verhandlungen ausschließen, die einen Frieden im Nahen Osten erreichen sollen.
Ein politsch-diplomatischer Umgang mit der Hamas könnte die eher gemäßigten Kräfte innerhalb dieser Organisation stärken. Daran müssste eigentlich allen Beteiligten liegen.
Franz-Josef Hanke - 15.01.2009