Israel und Palästina benötigen Frieden
11.01.2009 - FJH
Zigtausend Menschen sind am Samstag (10. Januar) weltweit gegen den Krieg im Ghaza-Streifen auf die Straße gegangen. Einige Hundert haben am Sonntag (11. Januar) in Frankfurt "für das Recht Israels auf Selbstverteidigung" demonstriert. Doch es gibt keinen gerechten Krieg!
Leidtragende militärischer Auseinandersetzungen sind in erster Linie immer die unbewaffneten Menschen. Sie kön"nen sich kaum schützen vor der Gewalt, die Flugzeuge und Hubschrauber, Panzer und Raketen, Gewehre und Soldaten über das Land ausbreiten.
Der monatelange Raketenbeschuss Israels war eine nicht hinnehmbare Aggression. Der Angriff der israelischen Armee auf den Ghaza-Streifen ist das nicht minder.
Beide Seiten bemühen verlogenerweise das Recht für ihre Gewalttaten. Gerechtigkeit ist aber in allererster Linie verbunden mit dem bedingungslosen Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit aller Menschen ohne Ansehen der Person, ihrer Herkunft oder Nationalität und ihrer sozialen Stellung.
Beide Kriegsparteien verhalten sich hier rassistisch: Die Hamas möchte Israel ausradieren und seine Bevölkerung ins Meer treiben. Israel dreht dem Gebiet der Hamas rund um Ghaza die Daumenschrauben zu, indem es die Zufuhr von Lebensmitteln, Medikamenten, treibstoff und anderen Waren verhindert.
Beide Seiten schüren den Hass gegeneinander. Dieser Krieg wird den Hass der Palästinenser auf Israel wahrscheinlich noch auf Jahre hinaus festigen.
Frieden bedarf des Versuchs, die andere Seite zu verstehen und Wege zu finden, um bestehende Konflikte möglichst einvernehmlich zu lösen. In Palästina sind solche Versuche immer wieder von Hardlinern auf beiden Seiten zunichte gemacht worden. Es ist höchste Zeit, dass das anders wird!
Franz-Josef Hanke - 11.01.2009