Erschrecken und Erstaunen über das Attentat in der indischen Millionenstadt
27.11.2008 - FJH
Die verbrecherischen Attentate in der indischen Millionenstadt Mumbay erschüttern die Menschen auch in Deutschland. Einige Fragen bleiben dabei derzeit jedoch noch offen: Wie konnten Hunderte von Angreifern mit Maschinengewehren unbemerkt an zehn wichtige Orte mitten in der Stadt gelangen?
Die Aktion scheint generalstabsmäßig geplant worden zu sein. Vermutet wird, dass die Angreifer Bombay am Mittwoch (26. November) auf dem Wasserweg in motorisierten Schlauchbooten erreicht haben.
Dann müssen sie irgendwie durch die Stadt zu ihren zehn verschiedenen Zielen gelangt sein. Der alte Bahnhof, ein Kino, das Jüdische Zentrum und drei Luxus-Hotels zählen zu den Orten, an denen sie am späten Mittwochabend Angst und Schrecken verbreitet haben.
Noch immer halten Bewaffnete in mindestens einem Hotel europäische Gäste als Geiseln. Mehr als 125 Menschen sind bei dem koordinierten Attentat ums Leben gekommen. Mehr als 200 Personen wurden dabei verletzt.
Die ganze Aktion erweckt den Eindruck einer perfid planmäßigen Organisation. Solche Aktivitäten traut man gemeinhin weniger einer islamistischen Organisation zu, wie sie derzeit als Verantwortlicher genannt wird. Vielmehr vermutet man dahinter eher einen Geheimdienst.
Indische Politiker haben auch schon nach Pakistan gezeigt, wo sie die Urheber des Schreckens vermuten. Ob das allerdings die richtige Richtung ist, bleibt fraglich.
Mit einem mulmigen Gefühl betrachtet manch misstrauischer Mensch den weltweiten Terror. Neben der Angst vor derartigen Aktionen beschleicht einige auch der Verdacht, gelegentlich könnten Geheimdienste auf diesem Terror ihr menschenverachtendes Süppchen kochen.
Jüngstes Beispiel für einen solchen Verdacht ist die Verhaftung von drei Mitarbeitern des Bundesnachrichtendiensts (BND) im Kosowo. Sie wurden von den Behörden vor Ort verdächtigt, an einem Sprengstoff-Attentat auf das Büro des EU-Sonderbeauftragten Pieter Feith am Freitag (14.November) beteiligt gewesen zu sein. Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) des Deutschen Bundestags äußerten sich nach einer – offenbar nur wenig gehaltvollen – Information durch den BND-Präsidenten Ernst Uhrlau am Donnerstag (27. November) jedenfalls teilweise unbefriedigt.
Auch beim Anschlag auf das World Trade Center (WTC) in New York und das Pentagon in Washington am 11. September 2001 sprießen ständig stärker werdende Verdächtigungen über eine Beteiligung des US-amerikanischen Geheimdiensts Confederate Intelligence Agency (CIA) aus dem zerstörten Boden. Auch hier ist ganz offenkundig nicht alles mit rechten Dingen zugegangen.
Auch in Bombay bleiben einige Fragen nach der Durchführung der Angriffe offen. Angesichts der Möglichkeit von False-Flag-Terror kann man die Äußerung des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble von Donnerstag (27. November), bei einem Nein des Bundesrats zum BKA-Gesetz bis Weihnachten werde es kein solches Gesetz geben, auch als Drohung verstehen.
Franz-Josef Hanke - 27.11.2008