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Außen Demokratisierung, innen Ignoranz gegen den Mehrheitswillen

Attentate in Afganistan als Antwort auf Mandatsverlängerung


20.11.2008 - vym


Die Zahl der Toten und Verletzten Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan wird immer größer. Erst in der vergangenen Woche wurden sechs deutsche Soldaten bei zwei Anschlägen der Taliban verletzt.


Deutsche Soldaten werden immer häufiger Ziel von Anschlägen. Im Oktober sind zwei Soldaten bei einem Selbstmord-Attentat in der Nähe von Kunduz ums Leben gekommen.


Insgesamt sind seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes im Jahr 2002 bisher 30 deutsche Soldaten gestorben. Wenn diese Tendenz gleich bleibt, wird dieser Zahl noch viel größer.


Dieser Anstieg von Attentätern gegen die Deutsche Bundeswehr kann durch die Entscheidung des Bundestags verursacht worden sein, den Einsatz um weitere 14 Monate zu verlängern und um 1000 Mann zu erhöhen. Ab jetzt werden 4 500 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert sein. Wie viele von Ihnen gesund nach Hause kommen, ist unklar.


Deutschland führt Krieg. Jeder Krieg hat seine Opfer. Das bedeutet, dass deutsche Soldaten weiter sterben werden, solange sie am Hindukush sind.


Auf der anderen Seite sind deutsche Bürger auch in ihrer Heimat nicht sicher. Deutschland beteiligt sich am Krieg gegen den internationalen Terrorismus. Das bedeutet, dass sein Gegner schon längst international geworden ist. Der nächste Anschlag kann möglicherweise nicht gegen in Afghanistan stationierte Soldaten stattfinden, sondern direkt in Deutschland gegen die Zivilbevölkerung.


Dass eine solche Gefahr besteht, kann man auf jedem Bahnhof deutlich sehen. Dutzende von Anzeigen "Terrorgefahr" mit den Bildern von Terroristen sind der direkte Beweis, dass die Deutschen selbst mögliches Ziel von Terroristen sind.


Das tragischste an dieser Situation ist, dass die deutsche Bevölkerung diesen Krieg mehrheitlich ablehnt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Emnid halten 68 Prozent der Befragten den Einsatz in Afghanistan für falsch. Nur 29 Prozent finden ihn richtig.


Hier stellt sich die Frage: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung gegen den Einsatz ist und der Bundestag trotzdem für seine Verlängerung stimmt, kann Deutschland dann weiterhin als demokratische Gesellschaft betrachtet werden?


Die Bundesregierung und Ihre Verbündeten begründen Militär-Einsätze mit einer angeblichen Demokratisierung von Drittstaaten, während im eigenen Land die Meinung der Bevölkerung keinen wirklichen Wert für die politischen Entscheidungen hat.


Victoria Malysheva - 20.11.2008



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