Martti Ahtisaari erhält den Friedensnobelpreis. Das hat das Nobelpreiskomitee am Freitag (10. Oktober) bekanntgegeben. Der ehemalige finnische Ministerpräsident habe sich über Jahrzehnte hinweg für eine diplomatische Lösung von Konflikten engagiert.
Lob erhielt der 71-jährige Politiker überwiegend von westeuropäischen Politikern und Medien. Sie erinnerten an seine erfolgreiche Vermittler-Tätigkeit beispielsweise in der indonesischen Provinz Ace.
Kritik hingegen kam aus Russland. Dort verwies man auf Ahtisaaris Vorschlag zur Lösung des
Georgien-Konflikt zuweisen. Möglicherweise haben die Russen auf Georgiens Intervention in Süd-Ossetien nur deshalb so heftig reagiert, weil ihnen noch der arrogante Umgang des Westens mit ihren Interessen im Kosovo in den Knochen steckte.
Vielleicht wollten sie jetzt ja mal zeigen, wo der Bartel den Most und George W. Bush sich eine blutige Nase holt. Ihre Überreaktion jedenfalls fußt ganz unzweifelhaft auch auf schlechten Erfahrungen mit westlichen Politikern und deren
unehrlichen Umgang mit Verträgen und Versprechungen.
Ahtisaari ist zwar sicherlich jemand, der sich redlich bemüht hat um friedliche Konfliktlösungen. Insofern mag er den Nobelpreis vielleicht auch verdient haben. Doch ganz ohne Schatten ist sein Wirken hier gewiss nicht.
Den Westfälischen Friedenspreis hat Kofi Anan am Samstag (11. Oktober) erhalten. Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN) hat die schwarzen Flecken auf seiner Weste schon vor Jahren selbst offenbart. Es sei ein persönlicher Fehler gewesen,
menschenfeindlichen Macht- und Kriegspolitik eines George W. Bush oder einer Angela Merkel. Schon durch ihr Beispiel können sie viele andere ermutigen, mehr zu tun für Frieden und gewaltfreie Konfliktlösungen. Allein schon die
Verleihung eines Friedenspreises ist ein Anstoß, über die Notwendigkeit eines solchen Engagements nachzudenken.
Nötig ist es gerade in Zeiten
zusammenbrechender Banken, wildgewordener Börsen,
zunehmenden Rüstungs-Exporten allemal. Vielleicht bietet die
neuerliche Krise ja jetzt auch einen Grund zum Umdenken.