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Kein Kanonenfutter

Stell Dir vor, keiner geht hin!


29.08.2008 - FJH


"Stell Dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!" Diese altbekannte Parole bekommt derzeit auch die Deutsche Bundeswehr zu spüren. Für die Offiziers- und Unteroffiziers-Laufbahn mangelt es der Armee an freiwilligen Bewerbern.
Grund für die Zurückhaltung ist offenbar der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Nach dem Tod mehrerer Soldaten bei Sprengstoff-Attentaten möchte kaum jemand noch als Kanonenfutter verheizt werden.


Der Afghanistan-Einsatz ist nämlich beileibe keine fröhliche Entwicklungshilfe-tour, wie Armee und Parlament die Bevölkerung gerne glauben machen wollten. Vielmehr ist es ein brandgefährlicher Kriegs-Einsatz.


Gefährlich ist dieser Einsatz nicht nur für die Soldaten, die am Hindukusch stationiert sind. Auch für das internationale Klima sowie letzten Endes auch für die deutsche Bevölkerung birgt er erhebliche Risiken. Er macht alle Deutschen zu potentiellen Zielscheiben fanatischer Attentäter.


"Deutschland wird am Hindukusch verteidigt", lautet eine oft geäußerte Parole deutscher Kriegstreiber. Diesen Spruch kann man auch umdrehen: "Deutschland und seine Bevölkerung werden am Hindukusch zu Kanonenfutter degradiert."


Doch nicht nur dort, sondern auch anderswo in der Welt warten massive Gefahren auf deutsche Soldaten. Wer weiß, ob nicht irgendwann einmal auch ein Krieg in Georgien, der Ukraine oder anderswo in Europa droht.


Diese Gefahr haben offenbar immer mehr junge Menschen verstanden. Immer weniger Freiwillige melden sich deshalb als Offiziers- oder Unteroffiziers-Anwärter bei der Bundeswehr.


Und so bewahrheitet sich vielleicht bald das altbekannte Motto der Friedensbewegung: "Stell Dir vor, keiner geht hin!"


Franz-Josef Hanke - 29.08.2008



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