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Verlorenes Vertrauen wieder wett machen?

Die Bundeskanzlerin zum Auftakt der Hannover-Messe


20.04.2008 - FJH


Einen "Vertrauensverlust der Sozialen Marktwirtschaft" bei der Bevölkerung befürchtet Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zur Eröffnung der Hannover-Messe hat die CDU-Politikerin am Sonntag (20. April) die versammelten Manager aufgerufen, die deutsche Wirtschaft "zukunftsfähig zu machen".


Wie allerdings die Kanzlerin sich das vorstellt, blieb zumindest in der Medien-Berichterstattung aus Hannover offen. Fraglich ist indes, ob sie mehr soziale Akzente zu setzen bereit wäre. Doch könnte allein eine deutlichere soziale Ausrichtung der Wirtschaft die berechtigten Zweifel der Bevölkerung am vorherrschenden Wirtschaftssystem vielleicht verringern.


Schwerpunkte der Hannover-Messe 2008 sind der Klimaschutz und die Energie-Effizienz. Beides sind Themen, die erst durch eine falsche Wirtschaftsweise der vergangenen Jahrzehnte in den Mittelpunkt der Agenda gerückt sind. Ebenso wie die Banken-Krise und die Preis-Explosion bei Nahrungsmitteln sind sie wichtige Anzeichen für eine dringend notwendige Änderung der Wirtschaftsweise.


Über diese Themen spricht auch die Konferenz der Welt-Wirtschaftsorganisation UNCTAT in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Auch sie wurde am Sonntag (20. April) eröffnet.


Ein Diskussionsthema dort ist die Frage, warum die Globalisierung offensichtlich im Wesentlichen den reichen Ländern nutzt. Eine weitere Frage der Konferenz befasst sich mit der Beobachtung, dass Steigerungen des Brutto-Sozialprodukts in Schwellenländern die Armut der Bevölkerung dort offenbar nicht verringert haben.


Harsche Kritik äußerten Konferenzteilnehmer an der Subventionierung von Lebensmitteln durch die Europäische Union (EU) und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), die diese Nahrung dann in Länder der sogenannten "Dritten Welt" exportierten. Dort zerstörten diese Billig-Importe dann die heimischen Märkte. So werde die Landwirtschaft Afrikas zugrunde gerichtet.


Es zeigt sich an allen Ecken und Enden: Das derzeitige Wirtschaftssystem stößt krachend und knirschend an seine Grenzen. Wann wohl wird es endlich kraftlos in sich zusammen oder gänzlich auseinanderbrechen?


Franz-Josef Hanke - 20.04.2008



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