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Gefräßige Mobilität

Bio-Kraftstoffe als Ursache von Hunger


09.04.2008 - FJH


Bio-Kraftstoffe galten lange Zeit als Lösung der Klima-Problematik. Doch mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass ihr Einsatz nicht unproblematisch ist. Denn der Anbau von Raps und Mais als Rohstoff für die Energie-Gewinnung verdrängt vielenorts Kulturen von Pflanzen, die zur Ernährung dienen.


Die Menschen in Europa und Nordamerika leben wieder einmal auf Kosten der Menschen in anderen Ländern. Haben sie bislang vor allem deren Ölvorkommen verheizt und verschleudert, so verbrennen ihre Autos nun die Nahrung der sogenannten "Dritten Welt".


Nicht zuletzt deswegen sind die Nahrungspreise seit dem vergangenen Jahr weltweit um 48 Prozent gestiegen. Seit 2005 haben sie sich glatt verdoppelt. Viele Menschen in den sogenannten "Entwicklungsländern" können sich derart teure Lebensmittel nun nicht mehr leisten.


Folgerichtigerweise ist es in Haiti zu Aufständen gekommen. Wer Furcht vor dem Hunger-Tod hat, der braucht Kugeln aus Gewehren und Kanonen kaum mehr zu fürchten.


Schuld an dieser Entwicklung ist der neoliberale Turbo-Kapitalismus. Seine Wachstums-Ideologie hat jahrzehntelang alle Öl- und Energiereserven verheizt, ohne deren Endlichkeit zu berücksichtigen.


Nachdem die Energie-Vorräte aber weltweit zur Neige gegangen sind oder zu gehen drohen, greifen die Mächtigen nun nach der Nahrung der "Underdogs". Ihre Autos mästen sie mit dem "Brot" der Armen.


"Autofahren ist ein Stück Freiheit", tönte einstmals der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC). Ihre fast grenzenlose Freiheit nehmen sich die Menschen in den "reichen Ländern", indem sie den anderen lebensbedrohliche Fastenkuren verordnen. Wenn das ein gerechtes Wirtschaftssystem sein soll, dann ist die FDP eine sozialistische Partei!


Franz-Josef Hanke - 09.04.2008



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