Freud und Leid der Sommerzeit
30.03.2008 - FJH
Seit 1980 werden in Europa zu Frühlingsbeginn die Uhren eine Stunde vorgestellt. Pünktlich zum Herbstende endet dann auch die Sommerzeit wieder. Jahr für Jahr bringt diese Zeit-Umstellung Tausende von Tieren und Menschen durcheinander. Die erhofften Effekte für die Umwelt hat sie indes kaum erzielt.
In der Nacht zum letzten Sonntag im März wird allen eine Stunde Schlaf weggenommen. Zwar erhalten sie diese Stunde in der Nacht zum letzten Sonntag im Oktober zurück, doch fehlt sie ihnen bis dahin tagtäglich in ihrem Bio-Rhythmus.
Ein erhöhtes Unfall-Risiko in den Tagen nach der Einführung der Sommerzeit ist jedes Jahr die problematische Folge dieses Eingriffs in die natürliche Zeitsteuerung. Manche Menschen und Tiere benötigen Wochen, bis sie sich auf die Zeit-Umstellung eingestellt haben.
Erfreulich an der Sommerzeit finden viele die Möglichkeit, an lauen Sommerabenden eine Stunde länger im Hellen zu sitzen. Das könnte aber auch möglich werden, wenn die jetzige Sommerzeit einfach das ganze Jahr über als Mitteleuropäische Zeit (MEZ) eingeführt würde.
Damit entfiele die ärgerliche Zeit-Umstellung. Zugleich aber blieben die erfreulichen Aspekte der Sommerzeit erhalten. Ohnehin beträfe die Winterzeit ja nur die Monate November bis März.
Was also spricht gegen eine Verschiebung der MEZ um eine Stunde? Vielleicht könnte damit sogar zugleich eine gemeinsame Zeitzone für die gesamte Europäische Union (EU) eingeführt werden. Denn Zeit ist ja bekanntlich Geld. Und eine gemeinsame Währung haben die meisten EU-Länder ja schon.
Franz-Josef Hanke - 30.03.2008