Um Öl werden Kriege geführt. Aber auch die sogenannten "Nachwachsenden Rohstoffe" als Erdöl-Ersatz gewinnen in Zeiten verstärkter Klima-Diskussion zunehmend an politischer Bedeutung. In manchen Ländern Asiens verdrängen sie inzwischen nämlich jene Pflanzen, die den Menschen Nahrung liefern.
Mehr als verdoppelt haben sich beispielsweise auf den Philippinen die Preise für Lebensmittel auf Soja-Basis. Denn anstelle dieser Lieferanten für Tofu und andere beliebte Nahrungsmittel pflanzen viele Bauern dort Gewächse an, die Öl als Grundlage für Treibstoffe liefern. Damit verdienen sie mehr Geld.
Ergebnis dieses Verdrängungswettbewerbs ist eine dramatische Abnahme der Flächen zur landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion. Die deswegen gestiegenen Preise der Lebensmittel können sich viele ärmere Menschen im Land kaum mehr leisten. Ihnen droht nun neben der Armut auch bitterer Hunger.
Indirekt ist es das Erdöl, dessen Knappheit und Verteuerung diese Menschen nun ins Elend hineindrängt. Und es ist jene
neoliberale "Marktwirtschaft", die im Interesse größerer Gewinne auf jede staatliche Steuerung verzichten will.
Pikanterweise hat aber gerade am Montag (17. März) der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank auch ein Eingreifen des Staates gefordert. Zur Abwendung der
Banken-Krise forderte Josef Ackermann ein abgestimmtes Handeln der Wirtschaft und der Geschäftsbanken, der Zentralbanken und der Regierungen. Wie schlimm mag es wohl um die Banken-Branche schon stehen?
Die Menschen auf den Philippinen hingegen sind ihm vermutlich völlig egal. Der Ruf nach dem Staat ertönt aus seinem Munde nur, wenn ihm selbst das Wasser bis zum Hals steht.