Sie sind hier: Startseite > Frieden > Detailansicht



Text Zum Kampfe genötigt anzeigen

Zum Kampfe genötigt

Wie Robert Gates "Freunde" behandelt


08.02.2008 - FJH


Mit einem scharfen Schreiben hat Robert Gates mehr Engagement der NATO-Mitgliedsstaaten in Afghanistan gefordert. Der US-"Verteidigungsminister" beklagte darin eine Zweiteilung der NATO. Einige Länder entsandten Soldaten in den umkämpften Süden des Landes, wohingegen andere ihre Truppen höchstens in den ruhigeren Norden schickten.


Mit dem Brief möchte Gates offenbar Druck auch auf die deutsche Bundesregierung erzeugen. Anscheinend sieht er sich selber als eine Art Oberkommandeur. Wenn andere Regierungen nicht so wollen wie er, dann greift der Kriegsherr eben mal zur Peitsche.


Derartigen Druck waren die deutschen Regierungen schon öfter ausgesetzt. Nur einmal hat es ein deutscher Kanzler gewagt, den "Bitten" der US-Regierung die Stirne zu bieten. Gerhard Schröders Weigerung, sich mit deutschen Truppen am Irak-Krieg zu beteiligen, war wohl die klügste Entscheidung seiner Amtszeit als Bundeskanzler.


Eine übergroße Mehrheit der Bundesbürger lehnt sowohl den Krieg im Irak, wie auch den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan ab. Angesichts dieser deutlichen Ablehnung ist schon der derzeitige Einsatz der Bundeswehr demokratisch nicht zu rechtfertigen.


Wenn Gates und sein Präsident George W. Bush immer davon faseln, ihre US-Truppen brächten "Demokratie" in den Irak und nach Afghanistan, dann sollten sie die demokratischen Entscheidungen der Deutschen respektieren. Dann müssten sie eigentlich von sich aus darauf verzichten, deutsche Truppen für Einsätze anzufordern, die deutsche Bürgerinnen und Bürger ablehnen.


Franz-Josef Hanke - 08.02.2008



© 2006 by  HU-Ortsverband Marburg