Spekulationen um eine mörderische Nachricht
15.10.2007 - FJH
Zum "Petersburger Dialog" ist Wladimir Putin am Sonntag (14. Oktober) in Wiesbaden eingetroffen. Von dort will er nach Abschluss der Konferenz in den Iran weiterreisen. Doch dort soll ein Attentat auf den russischen Präsidenten geplant worden sein.
Entsprechende Geheimdienst-Berichte nahm Putin jedoch gelassen auf. Er wolle in jedem Fall fliegen, erklärte er.
Sollten sich die Recherchen der Dienste bewahrheiten, so ergäbe sich daraus eine interessante politische Gemengelage: Ein Attentat auf Putin würde für den US-Präsidenten George W. Bush nämlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Könnte Bush oder der US-amerikanische Geheimdienst CIA so etwas etwa geplant haben?
Natürlich bleibt die Antwort auf diese Frage ein Geheimnis, das wahrscheinlich nie gelüftet werden dürfte. Dennoch mag man darüber spekulieren, wem ein Attentat auf Putin im Iran wohl nützen könnte.
Stieße dem russischen Präsidenten im Iran etwas zu, so wäre damit der wichtigste und stärkste Widersacher des immer schwächer werdenden US-Präsidenten aus dem Weg geräumt. Zugleich könnte die US-Regierung darauf hoffen, dass ein Attentat auf den russischen Präsidenten innerhalb iranischen Territoriums die bisher guten Beziehungen zwischen Russland und dem Iran belasten könnte. Zudem hätte Bush damit einen weiteren "Beweis" für seine Unterstellung, bei der iranischen Regierung handele es sich um ein mörderisches Regime, das nur durch einen Angriff von seinen Kriegsplänen abgehalten werden könnte.
Doch da Putin nicht dumm ist, wird er wohl schon seine Maßnahmen ergriffen haben. Und so wird es zu dem angekündigten Attentat wahrscheinlich gar nicht mehr kommen. Und niemand wird später sicher sein können, ob es die kolportierten Attentatspläne überhaupt je gegeben hat.
Franz-Josef Hanke - 15.10.2007