Für die
Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen zum Jahresbeginn werden 7,5 Millionen Versicherte bluten müssen. Insgesamt 63 gesetzliche Krankenkassen haben zum 1. Januar den Beitrags-Satz angehoben. Dass zugleich 17 Krankenkassen den Beitrags-Satz gesenkt haben, fällt daneben weniger ins Gewicht. Denn dahinter verbergen sich nur rund 950.000 Versicherte.
Trotz gesetzlicher Verpflichtung sind aber immer noch etwa 200.000 Menschen in Deutschland
nicht krankenversichert.
Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen ist 2007 aufgrund von Fusionen um 15 auf immer noch 211 gesunken.
Im Vorgriff auf den geplanten Gesundheitsfonds machte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer mal wieder heftig
Sturm im Wasserglas. Mit aufgeblasenen Pausbacken verkündete er, dass ein niedrigerer Krankenkassen-Beitrag möglich sei. Dafür dankbar sein könnte ihm allerdings allenfalls das hoffnungslos verschnarchte Handelsblatt, dem er damit am Donnerstag (3. Januar) die Spalten füllen half.
Die CSU-Vorkämpfer bemühen sich wortreich wie gehabt, die Umverteilung von unten nach oben zu propagieren. Neuerdings ruft der CSU-"Tut anch Moses" Michael Glos, der gefallsüchtige Größte Wirtschaftsführer durch das Tote Meer der Versprechungen, dafür sogar zu einer
Pflicht zur Dankbarkeit auf.
Überraschend ist dabei, dass diese Realsatire von vielen Menschen doch ernst genommen und mit geharnischten, sachbezogenen Argumenten widwersprochen wurde wie im
gmx-Forum vom 27.12.2007 dokumentiert ist.
Das Inkrafttreten des öffentlichen Rauchverbots durch neue Gesetze in weiteren Bundesländern gehört zu den erfreulichsten und mutigsten Taten der deutschen Politiker seit Jahren. Doch selbst dazu sind sie von der EU-Kommission durch eine entsprechende Direktive verpflichtet worden.
Dennoch ist die Umstellung hoch umstritten, weil so viele Leute davon betroffen sind. Ein Gastwirt hat mit Rückendeckung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DeHoGa) Verfassungsklage dagegen eingereicht. Umgekehrt moniert die Deutsche Krebsstiftung die zahlreichen Schlupflöcher und Lücken der föderalen Verordnungen.
In Spanien, so liest man erfreut im
Ärzteblatt vom Donnerstag (3. Januar), hat sich schon zwei Jahre nach dem Wirksam-Werden eines Gesetzes zum Nichtraucher-Schutz die Zahl der Raucher drastisch reduziert. Laut Schätzungen raucht aber immerhin noch jeder dritte Spanier. Wie haben es nur die Iren, Italiener und andere Europäer so viel effektiver geschafft?
Die Vogelgrippe ist leider nur scheintot. Dass sie monatelang in den Medien kaum vorkam, hat womöglich zu falschen Schlüssen geführt. Laut Welt-Gesundheitsorganisation WHO vom Freitag (28. Dezember) ist in Pakistan erneut ein Fall von
H5N1-Direktübertragung von Mensch zu Mensch nachgewiesen worden.
Wenn schon ein Krankenhaus-Sterben in Deutschland für die kommenden Jahre ins Haus steht, wird wenigstens das
Robert-Koch-Institut (RKI) ausgebaut. Gegenwärtig hat das RKI 810 Mitarbeiter. Weitere 150 Stellen sollen 2008 bis 2010 hinzukommen. Ausgebaut werden unter anderem die Arbeitsgebiete Antibiotika-Resistenzen bei Krankenhaus-Infektionen, Infektions-Prävention bei alten Menschen, Bekämpfung von Zoonosen, Diabetes, Gesundheits-Monitoring sowie Langzeit-Beobachtung von Kindern und Erwachsenen.
Damit Patienten die
"Strukturierten Qualitätsberichte" der Krankenhäuser eventuell besser verstehen lernen, hat der verantwortliche Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag (20. Dezember)
eine Lesehilfe in PDF-Format veröffentlicht. Das 30 Seiten starke Dokument sorgt unter anderem für "Übersetzung der medizinischen Fachsprache" und
"enthält Hinweise zu Suchmaschinen". Welch ein unverhoffter Fortschritt!
Zum Glück frei von Landtags-Wahlkampfgetöse sind
neue Vorsorgeuntersuchungen für Kinder in Hessen. Von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und den Deutschen Betriebskrankenkassen (BKK) werden seit Anfang Januar 2008 Zusatz-Untersuchungen durchgeführt. Sie sollen Lücken in der Vorsorge von Kindern zwischen dem zweiten bis vierten sowie dem fünften bis zwölften Lebensjahr schließen. Inhaltlich zielen sie auch auf moderne Krankheitsbilder wie Allergien, Übergewicht, Sprachentwicklung und die Aufklärung über Suchtmittel ab.
Ebenso uneingeschränkt positiv ist die laut Ärzteblatt vom Mittwoch (2. Januar)
neuerdings durchgehende Barrierefreiheit der Homepage der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft (DKG). Durch die Umstellung ist die Navigation zum Beispiel fortan nicht nur mit der Maus, sondern auch über die Tastatur möglich. Neben einem zusätzlichen
RSS-Feed ist die Internetseite auch für spezielle Audio-Browser zugänglich.
Das Jahr
2008 fängt also wunderbar an. Am allermeisten wird es allerdings jene Menschen freuen, die auf all diese schönen Neuerungen nicht angewiesen sein werden. Trotz Arbeitsüberlastung, Feinstaub und Fluglärm kann man vielleicht ja auch einfach gesund bleiben.