Arme Menschen sollen ihr Einkommen mit dem Töten von Ratten aufbessern.


Empörung über einen geplanten Antrag im Berliner Bezirksparlament

16.12.2008 - ms


Empörung über einen geplanten Antrag im Berliner Bezirksparlament: Der Fraktionsvize der FDP will, dass arme Menschen ihr Einkommen mit dem Töten von Ratten aufbessern.
"Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen", sagte der FDP-Chef des Berliner Bezirks Mitte und stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt, dem "Berliner Kurier".
Einen entsprechenden Antrag will die FDP demnach am Donnerstag (18. Dezember) in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Stadtteils Mitte einbringen.
Der Plan des stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden sorgt bereits bundesweit für Empörung. Das Erwerbslosen Forum Deutschland forderte den Bundesvorsitzenden der FDP Guido Westerwelle auf Schmidt zur Räson zu bringen. "Es ist nur noch menschenverachtend und zynisch, wenn dieser arme Menschen zur Jagd auf Ratten schicken will, damit Berlin seine Rattenprobleme gelöst bekommt", erklärte die Organisation in Bonn.
Kommentar Matthias Schulz:
Herr Henner Schmidt outet sich als Vertreter des Sozial-Rassismus. Für Rassisten sind Menschen mit anderer Hautfarbe und Religion unwertes Leben. Für Sozial-Rassisten sind ämere Menschen unwertes Leben.
Die Hartz IV-Betroffenen haben sich in ihrer Mehrheit nicht gewehrt. Jetzt geht man mit diesem Versuchsballon einen Schritt weiter.
Nur mit Widerstand können solche Sozial-Rassisten gestoppt werden.

Matthias Schulz - 16.12.2008