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Kinder künftig besser vor klerikalem Zugriff schützen!

Betrachtungen über Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen


08.02.2010 - dp


"Kinder künftig besser vor Missbrauch schützen und die Täter kräftig zahlen lassen", Könnte die Devise lauten, wenn man den sich ausweitenden Mißbrauchs-Skandal um das von Jesuiten geführte Canisius-Kolleg in Berlin verfolgt. Es ist schon erstaunlich, wie leichtfertig gutverdienende Eltern ihre Kinder der religiösen Indoktrination einer kirchlichen Privatschule aussetzen.


Jüngst forderte ein Pater - der es wissen muss - dass Eltern niemals ihre Kinder mit Geistlichen alleine lassen sollten. Und es ist keineswegs radikal, von der katholischen Kirche eine Aufhebung des Zölibats und eine Wende bei ihrer repressiven Sexualmoral zu fordern. Für letzteres hat sich eine katholische Laien-Bewegung ausgesprochen.


Der Zölibat ist unter den gegebenen Umständen nicht mehr zu halten, auch wenn einzelne Kirchen-Funktionäre diese Form der programmierten Einsamkeit und Weltfremdheit gerne beibehalten möchten. Die katholische Kirche spricht mit ihrem giftigen psychologischen Anforderungsprofil anscheinend genau jede Menschen an, die Schwierigkeiten haben, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen.


Wenn man bedenkt, dass es sich nach bisherigen Kenntnissen um einen sehr speziellen geistigen und körperlichen Mißbrauch der Kinder durch Jesuiten handelt - erniedrigende Bestrafungshandlungen - müsste man in der Kritik der katholischen Lehre weiter gehen als der Kirche nahestehende Laien-Organisationen. Bestrafungsphantasien und - wie man sieht, auch die massenhafte Umsetzung solcher Handlungen in der Praxis - sind in der christlichen Lehre und Geschichte konstitutiv. Auf diese Tatsache hat der Psychologe Prof. Dr. Franz Buggle hingewiesen. Das derMonotheismus insgesamt ein Problem mit der Toleranz hat, hat Prof. Dr. Hans Schauer beeindruckend durch seine Kritik der christlichen Monomegalie dargelegt.


Daher ist es wichtig, Kinder der religiösen Indoktrination zu entziehen und diese engstirnige Haltung gesellschaftlich zu ächten. Geistliches Personal hat in Schulen nichts zu suchen, egal ob in öffentlichen oder in privaten Einrichtungen!


Der bestehende Religionsunterricht sollte durch einen verpflichtenden Religionskunde-Unterricht ersetzt werden. In diesem Fach sollte neben der Kenntnis der verschiedenen Religionen gleichberechtigt die Kritik an den Religionen gelehrt werden. Als Nebeneffekt würden dadurch die Kinder gegen den Fundamentalismus immunisiert, die Integration in der Gesellschaft würde gefördert und die Ausbildung von Parallelgesellschaften dauerhaft verhindert.


Nicht vergessen werden sollte eine möglichst hohe finanzielle Bestrafung der Täter ähnlich wie in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Zwischen Juristen ist darüber ein Streit ausgebrochen. Angeblich soll eine Argumentation kursieren, nach der alle Straftaten verjährt wären und Strafe daher ausgeschlossen sein soll.


Obgleich ich als Humanist ungern Straf-Phantasien kultiviere, bin ich hier der Auffassung, dass nur ein hoher finanzieller Schaden ähnliches gesellschaftsschädliches Verhalten in religiösen Gruppen begrenzen kann.


Hierfür muß man sich also nicht auf das Niveau körperlicher Züchtigung herablassen - ob im Christentum oder im Islam. Da sind beide vom Prinzip her gleich.


Dragan Pavlovic - 08.02.2010



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