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Grillen mit Bush

Wie die Merkel erneut alle "reingelegt" hat


15.07.2006 - jn


Es ist ein Kabinettstück eigener Art, wie unsere bundesdeutsche Aushängeschild-Bürgerin Angela ("Engel") Merkel ihre süffig-samnte Politik-Erbsensuppe an die Leute bringt. Neulich geschah das mit großartig medientauglichen Bildern von ihr und ihrem alten Schwarm, Tschortschi Wallkerl Bush, bei der liebsten Freizeitbetätigung der Deutschen, dem Grillen.


Und alle, alle mussten darüber berichten, auch wenn es gar nichts inhaltlich Berichtenswertes gab außer die schönen, feinen Bilder selber. Denn die Medien hatten ja nichts Besseres und Wichtigeres. Und so eine althergebrachte Haupt- und Staatsaktion ist immer gut.


Nur die Klügeren und Seriöseren unter den Journalisten haben genauer hingeguckt und dann eben doch Honig aus dem Schmarrn zu saugen verstanden. Denn die Umstände hatten es wie so oft "in sich".


Zunächst sind da mal die liebenswert harmlosen Bürger von Stralsund, übrigens gar nicht ganz zufällig der Wahlkreis der Abgeordneten Merkel. Wenn irgendein flotter Hüpfer in deinem Bekanntenkreis eine Party zuhause machte und, weil ein besonders wichtiger - aber umstrittener - Gast kommen soll, "aus Sicherheitsgründen" seinen lieben Nachbarn und Mitbewohnern die Postkästen und Hintereingänge verrammelte, dann kriegte er aber Feuer von allen Seiten und die Party gesprengt. Wenn die Merkel dasselbe macht mit ihren lieben Mitbürgern vor Ort, dann passiert offen gar nichts. Weil sie viele schwer bewaffnete Staatsdienerchen dabei hat. Aber die vielen für teures Geld zugeschweißten Gulli-Deckel und entfernten Postkästen bringen ihr viel Sympathie-Werte, weil sie doch - na klar - sooo wichtig ist, dass alle glücklich gewesen sind. In Mainz war es schließlich letztes Mal auch so.


Und dann haben die Medienfüchse herausgefunden, dass das süße
Politiker-Menscheln für einen Pappenstiel zu haben gewesen ist. Lausige 20 Millionen Euro alles in allem. Und dafür so schöne Bilder!


Je nun, Deutschland ist ein reiches Land, Exportweltmeister wohlgemerkt. Die Merkel hats ja.


Nur, pikant ist, dass sie es gar nicht selber aus ihrem kanzleramtlichen Haushalt bezahlen musste. Toll, so was, Fete feiern und andere müssen dafür "bluten"!


In diesem Fall von Föderalissimusmus hat der Ministerpräsident Harald Ringsdorff vom Bundesland Meck-Pomm dafür aufkommen müssen. Denn Polizei ist schließlich Ländersache. Von wegen, wer bestellt bezahlt auch!


Es kommt aber noch doller, haben die recherchierfreudigsten unter den Journalisten herausgefunden. Denn die, die eingeladen wurden, waren bei genauem Hinsehen fast allesamt CDU-Parteileute. Das hat der Landesregierung ordentlich wehgetan. Denn bekanntlich ist im September 2006 in Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahl, wo die CDU gegen die jetztige Landesregierung zu Felde zieht. Und spätestens dann wird es heißen: schlecht gewirtschaftet, Schulden aufgehäuft!


Und wofür? Na für in Saus und Braus leben, nicht wahr? Um solche wunderschönen Grillfeste für kleines Geld zu machen, zum Beispiel.


Mecklenburg-Vorpommern ist die Rote Laterne, das Schlusslicht, das Ärmste der Armen unter den Bundesländern. Aber Hauptsache der größten und daher zweifellos besten aller Parteien geht es potzblitzig und weiter gut!


Epilog
In diesem unserem "Über alles"-Land, dem schönen Land der Richter und Lenker, da leben zunehmend ärmer werdende Menschen, die noch immer stillgehalten haben, egal was kam und kommt. Unter ihrem Hausaltar mit der mattblauen Scheibe liegt zunehmend schlapp ein ganz armer Hund, der "Staat" heißt und partout nicht vor die annern Hunde gehen möcht. Aber wenn er doch mal muss?


Tja, sein neues Frauchen, die Merkelin, wird ihn schon ordentlich an der Nase herumführen.


Jürgen Neitzel - 15.07.2006



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