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Neuerliche Bombardierung im Irak, dann im Iran?

Der Krieg ist noch nicht zu Ende


17.03.2006 - FJH


Eine Großoffensive hat die US-Army am Donnerstag (16. März) im Irak gestartet. 50 Kampfflieger haben dabei Ziele im Gebiet von Samara nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad bombardiert. Unterstützt wurden sie von Bodentruppen der amerikanischen und der irakischen Armee.
Nach Angaben der US-Regierung handelt es sich bei den bombardierten Zielen um "Stellungen von Aufständischen". 40 Personen habe man bereits verhaftet. Auch seien Waffenarsenale gefunden und beschlagnahmt worden.
Nach dem Anschlag auf die "Goldene Moschee" von Samara hatten viele einen "Bürgerkrieg" zwischen Schiiten und Soniten befürchtet. Die US-Offensive im sogenannten "sonitischen Dreieck" soll einer weiteren Verschärfung dieses Konflikts wohl zuvorkommmen.
Sie sei - so hieß es aus dem US-Verteidigungsministerium - lange vorbereitet worden. Politische Beobachter argwöhnen, US-Präsident George W. Bush wolle damit vom Stimmugs-Tief ablenken, das seine Popularität und die Fortdauer des Irak-Kriegs bei der amerikanischen Bevölkerung der Zeit erleidet.
Tatsächlich will eine Mehrheit der US-Bürger inzwischen einen baldigen Rückzug der US-Army aus dem Land zwischen Euphrat und Tigris. Bei den heimgekehrten US-Soldaten lag dieser Prozentsatz nach einer kürzlich veröffentlichten Repräsentativ-Umfrage sogar bei drei Vierteln. 90 Prozent der Befragten glaubten demnach, der Krieg im Irak sei nicht zu gewinnen.
Nach einer offiziellen Statistik des US-Verteidigungsministeriums hat ein Drittel der 230.000 aus dem Irak-Krieg zurückgekehrten Soldatinnen und Soldaten inzwischen psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen. Bei früheren Waffengängen der US-Army hatte dieser Prozentsatz zwischen 9 und 12 Prozent gelegen.
Längst ist der Irak-Krieg zum politischen und finanziellen Fiasko geworden. Allein die Maßnahmen gegen Autobomben kosten im laufenden Jahr 3,3 Milliarden US-Dollar.
Doch Bush behauptet gebetsmühlenartig, der Krieg sei ein "Erfolg" gewesen. Inzwischen hetzt der Präsident großmäulig gegen die iranische Regierung, deren Wunsch nach atomarer Wiederaufbereitung indes nicht nur ihm Sorgen bereitet. Doch beschleichen den skeptischen Beobachter mitunter böse Erinnerungen an die Zeit vor dem Angriff der US-Army auf den Irak. Mit Lügen hatten Bush und seine Waffenbrüder ihren Angriffskrieg gerechtfertigt. Im Nachhinein haben sich die meisten Behauptungen als falsch erwiesen, die der damalige US-Außenminister Colin Powell vor den Vereinten Nationen (UNO) vorgetragen hatte. Wie mag es jetzt wohl um die Wahrheitsliebe der kriegführenden Parteien bestellt sein?


Franz-Josef Hanke - 17.03.2006



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