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Setzt den unfähigen Manager Hartmut Mehdorn endlich vor die Tür!

Seine Bilanz sind kreativ versteckte 21,5 Milliarden Euro Neu-Schulden


05.05.2007 - jn


Die "Deutsche Bahn" hat schlecht gewirtschaftet. Dabei wurde sie 1994 komplett entschuldet in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) überführt. Nur aufgrund "kreativer" Buchführung sieht die Bilanz halbwegs gut aus. Die Kunden sind unzufrieden wie sonst nur bei der Deutschen Telekom. Warum nur sollte es dem Bahn-Chef Hartmut Mehdorn besser ergehen als Ron Sommer oder Jürgen Schrempp?


Der geplante Börsengang der Deutschen Bahn AG ist nach wie vor umstritten. Die deutschen Bürger wollen ihn mehrheitlich nicht. Die Herrschaften Politiker im "Raumschiff Berlin" sind sich da weniger sicher und zugleich durchaus uneinig, zu welchen Konditionen das denn abgehen sollte.


Derzeit propagiert ausgerechnet der heillos überfordert wirkende Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gemeinsam mit Mehdorn einen faul riechenden Formel-Kompromiss. Demnach bliebe das Streckennetz im Bundesbesitz und dürfte dennoch zugleich als Eigentum der Bahn AG bilanziert werden.


Während der vergangenen 13 Jahre sind zahllose Bahnstationen zu "Geister-Bahnhöfen" mutiert. Im März 2007 wurden interne Listen der Bahn AG den Medien zugespielt, wonach rund zwei Drittel der noch vorhandenen Bahnhöfe zum Verkauf vorgesehen sind.


Was das für die Flächenstaaten unter den Bundesländern und besonders für deren strukturschwache Regionen ausmachen würde, kann man sich ohne viel Phantasie ausmalen. Für die einfachen Bürger bedeutet es, dass Menschen ohne eigenes Auto schlicht immobil gemacht werden.


Seine Kritiker aus der bundesdeutschen Politiker- und Medienmacher-Szene pflegt Mehdorn zu "kaufen" oder per Lobbying kaltzustellen. Wie viele kritische Medien-Berichte über die Jahre aufgrund von Mehdorns Interventionen bei den Marketing-Chefs der Medien-Unternehmen nicht mehr erscheinen konnten, darüber liegt ein Dunkelfeld. Wie viele ehemals führende Bundes- und Landes-Politiker im Laufe der Jahre auf lukrative Berater-Posten bei der Bahn gehievt wurden, ist ein Graus. Auf der Gehaltsliste der Deutschen Bahn AG versammelt sind zum Beispiel die Ex-Verkehrspolitiker Otto Wiesheu (Bayern), Hartmut Meyer (Brandenburg), Reinhard Klimmt (Saarland), Klaus Wedemeier (Bremen) und Jürgen Heyer (Sachsen-Anhalt).


Der Wechsel des bayrischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Otto Wiesheu als Marketing-Manager in den Vorstand der Bahn 2005 wurde seinerzeit von Lobbycontrol bitterböse kommentiert. Deutlich weniger Bürgern bekannt ist der Name des ehemaligen Verkehrsministers von Brandenburg, Hartmut Meyer (SPD). Die Wochenzeitung "Die Zeit" dokumentierte 2004, wie Staatsanwälte und EU-Wettbewerbshüter einem dubiosen Deal im Wert von sieben Milliarden Euro auf der Spur waren. Das entspricht etwa der Summe, die der Bundesverkehrsminister alljährlich den Ländern als "Regionalisierungsmittel" zur Verfügung gestellt hatte, bevor Bundesfinanzminister Per Steinbrück ans Kürzen ging.


Der verhinderte Airlines-Chef Mehdorn hat seine vielen auf dem Kapitalmarkt geliehenen Schulden-Milliarden vor allem eingesetzt, um ausländische Logistik-Unternehmen aufzukaufen. Unter der Hand ist die Deutsche Bahn AG so zum weltweit zweitgrößten Luftfracht-Konzern umgewandelt worden. Dafür aber brauchen wir keinen als Deutsche Bahn völlig falsch deklarierten Konzern, der mit bundesdeutschen Steuergeldern am Leben gehalten wird.


Der Siemens-Manager Klaus Kleinfeld ist mit einer ökonomisch weitaus beeindruckenderen Leistungsbilanz zur Demission vom Amt gezwungen worden. Der Ruhrkohle-Chef Werner Müller hat mit einer ähnlich fragwürdigen Leistung wie Mehdorn das drohende Aus in Sichtweite. Als Chef wird er wohl nicht der zu gründenden RAG-Stiftung vorstehen.


Warum sollte ausgerechnet Hartmut Mehdorn, einer der deutschen Spitzen-Manager, mit seiner absolut dürftigen Leistungsbilanz überleben dürfen? Kommt er damit etwa durch, weil kein Anderer den Himmelfahrts-Job will?


Jürgen Neitzel - 05.05.2007



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